Fachanwalt für Strafrecht Jahn-Rüdiger Albert


 

Absichtlich mit Fahrzeug überrollt?

 

Nächtliche Schlägerei aus Eifersucht

Zoff unter Autohändlern: Kontrahenten angeblich mit dem Wagen überrollt

 Drehte er aus Eifersucht durch? Ein 48-jähriger Autohändler soll seinen Kontrahenten geprügelt, getreten und schließlich mit dem Auto überrollt haben. Vor Gericht verwickelt sich der Geschädigte jedoch in massive Widersprüche.

Die Modenschau im schicken Penthouse am Wöhrder See sollte die Gäste nachhaltig beeindrucken, nun wurde der Novemberabend erneut in allen Einzelheiten besprochen – allerdings im Nürnberger Verkehrsgericht. Denn einer der Gäste wurde aus Eifersucht schwer handgreiflich.

Seine Frau hatte im letzten Jahr an besagtem Abend ihren großen Auftritt, die Friseurmeisterin (45) sollte die Model-Schönheiten für den Laufsteg herrichten, in dem Club drängelten sich die Gäste. Angeblich, so die Friseurin, stiefelte ein „alter Bekannter“ begeistert auf sie zu. Er nannte sie „Traumfrau“ und drückte ihr einen Kuss ins Gesicht. Der 31-Jährige bestreitet dies vehement. Und auch, dass er sich nach drei Uhr mit der Blondine verdrückte und mit ihr ein erotisches Abenteuer erlebte, weist er von sich. Beleidigt und empört verlässt die Frau den Zeugenstand, stolziert auf schwindelerregend hohen Pumps durch den Sitzungssaal und wippt ungeduldig auf der Zuhörerbank — lauthals fordert sie „einen Lügendetektor“ für den Schuft.

So hoch schlagen die Wogen, dass sich Richter Norbert Prankel energisch Gehör verschaffen muss. Schließlich lieferte der angebliche Flirt erst den Anlass für die Prügelei auf dem Parkplatz vor der Bar. Und nicht das Schäferstündchen, sondern die Schlägerei soll juristisch geklärt werden. Die Beweislage ist schwer genug: Der angeklagte Autohändler (48) gibt zu, den Nebenbuhler, übrigens ebenfalls Autohändler, verprügelt zu haben. Er räumt auch ein, dass er danach mit dem Auto davonbrauste und seine Noch-Ehefrau durchs offene Fenster angiftete, sie könne die Knochen ihres Casanovas aufsammeln.

Fast wegen Falschaussage vor Gericht verhaftet

Für seinen Übergriff bietet er über seinen Verteidiger (Jan-Rüdiger Albert) 700 Euro Schmerzensgeld an, bestreitet jedoch, dass er obendrein absichtlich mit seinem Auto über das Bein seines Kontrahenten rollte. Augenzeugen für die Tat gibt es nicht, ein ärztliches Attest, das den Vorwurf des Überfahrens belegen könnte, fehlt. Dafür verwickelt sich der Geschädigte in so massive Widersprüche, dass er fast wegen Falschaussage vor Gericht verhaftet wird. Opferanwalt Ulrich Gummel fordert — jedoch vergeblich — wegen des Verdachts auf einen Tötungsversuch ein Verfahren in höherer Instanz, vor dem Schwurgericht.

Am Ende wird der Angeklagte wegen Körperverletzung zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, dazu muss er 1000 Euro zahlen. Auf seine Fahrerlaubnis, seit Januar weg, muss er noch weitere vier Monate warten. Bezüglich des Vorwurfs, sein Opfer überfahren zu haben, wird er wegen der dürftigen Beweislage freigesprochen. Wütend stürmt das Opfer aus dem Saal. Ulrike Löw

 

 

Brutale Attacke auf dem Parkplatz

Was in einer Novembernacht 2009 auf dem Parkplatz eines Edel-Clubs am Wöhrder See wirklich geschah, konnte vor dem Verkehrsgericht letztlich nicht vollends aufgeklärt werden. Das Opfer, ein Autohändler (31), drang jedenfalls nicht mit seiner Behauptung durch, er sei nach seinem Discobesuch von einem Mann absichtlich überfahren worden.

Für zu schwammig hielten die Richter am Ende der mehrstündigen Verhandlung die Beweislage, denn keiner der weiteren Zeugen hatte den Vorfall beobachtet. Der 31-Jährige hatte vor Gericht geschildert, er sei vom Ex-Mann seiner Disco-Bekanntschaft — offenbar aus Eifersucht — nach Verlassen des Clubs zunächst ins Gesicht geschlagen worden. Wenig später sei ein rotes Auto auf dem Parkplatz auf ihn zugerast, so dass er habe zur Seite ausweichen müssen. Dabei hätte der Wagen sein Bein überrollt.

Zwei Operationen seien nach dem Schienbeinbruch notwendig gewesen. Zwar räumte der Zeuge ein, dass er den Fahrer nicht erkannt hatte. Er war aber überzeugt, dass es besagter Ex-Mann war und blieb dabei: „Wäre ich nicht weggesprungen, wäre ich heute tot.“ Für Opferanwalt Ulrich Gummel war dies ganz klar ein versuchtes Tötungsdelikt. Er beantragte daher die Verweisung des Falles, der als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und gefährliche Körperverletzung angeklagt war, vom Verkehrsgericht an das Schwurgericht. Das wurde jedoch abgelehnt.

Der 48-jährige Angeklagte, ebenfalls ein Autohändler, hatte vor Gericht über seinen Verteidiger Jan-Rüdiger Albert zugegeben, den Begleiter seiner „Ex“ ins Gesicht geschlagen und später den bereits auf dem Boden liegenden Mann auch noch getreten zu haben. Dafür entschuldige sich sein Mandant und biete dem Geschädigten 700 Euro Schmerzensgeld, so der Anwalt. Vehement wehre sich der Angeklagte jedoch gegen den Vorwurf, den Mann überfahren zu haben. Eine seltsame Rolle in dem Verfahren hatte die 45-jährige Ex-Frau des Angeklagten, eine blonde Friseurmeisterin. Sie behauptete, von dem jüngeren Mann, einem Kunden ihres Salons, in der Disco angemacht und geküsst worden zu sein. Sie habe in der Nacht auch mit ihm Sex gehabt. Ein Freund des 31-Jährigen habe sie beide heimgefahren, so die Zeugin. Doch das stritten sowohl der Geschädigte als auch der angebliche Chauffeur ab. Der 31-Jährige sagte, er habe sich mit der Friseurin bloß unterhalten. „Ich wollte nix von ihr. Sie könnte ja meine Mutter sein!“

Dass möglicherweise die Beteiligten unter Alkohol oder Drogen standen, konnte nicht bewiesen werden. Der Staatsanwalt und der Opferanwalt, die an die Überroll-Version glaubten, forderten zwei Jahre und sieben Monate Haft. Verteidiger Albert hielt eine Geldstrafe für angemessen. Das Gericht verhängte neun Monate Haft auf Bewährung, 1000 Euro Geldbuße und eine Führerscheinsperre. Susanne Stemmler

 


Schlägerei nach der Dessous-Modenschau

Ein Kfz-Händler (48) war eifersüchtig auf Begleiter seiner Ex-Frau - Prozess am Amtsgericht Nürnberg

„Du kannst die Knochen deines Geliebten aufsammeln“, sagte der Kfz-Händler E. (48) zu seiner Ex, nachdem er ihren Begleiter (31) aus Eifersucht zusammengeschlagen und angeblich mit dem Auto überfahren hatte, dass Knochen brachen. Am Dienstag traf man sich am Nürnberger Amtsgericht.

Tatort war der Businesspark B2 am Wöhrder See. Nach einer Dessous-Modenschau verließ die Friseurin (45) das Gebäude nachts mit Hans B. Am Parkplatz wurde er von Eldar R. zusammengeschlagen, was der zugab. E. leugnete aber, dass er ihn überfuhr. Dass Hans B. danach mit der Frau geschlafen habe, bestritt dieser: „Sie könnte meine Mutter sein.“ – „Lüg’ nicht“, rief sie. Da kein Zeuge die Auto-Attacke bestätigte, erhielt E. neun Monate auf Bewährung, 1000 Euro Buße und ein Jahr Fahrsperre. cis

 

Ergänzung: 

 

Das Landgericht Nürnberg-Fürth bestätigte am 31.03.2011 nach nochmaliger Beweisaufnahme das Urteil des Amtsgerichts. Auch die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch. Ein Überfahren mit dem Auto sei nicht nachweisbar. Der Nebenkläger, der behauptete, überfahren worden zu sein, hatte als Einziger Berufung eingelegt. Er muss, so das Landgericht, die Kosten für die Berufung zahlen. Das Urteil kann noch mit der Revision angefochten werden.

 


zurück: Zuletzt geändert am 31.03.2011

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